Wassersäule bei Regenjacken: Was die Zahl bedeutet und wie viel du brauchst
Auf fast jeder Regenjacke steht eine Zahl in Millimetern: 5.000, 10.000, 20.000 mm Wassersäule. Sie sagt, wie viel Wasserdruck das Material aushält, bevor Wasser durchdringt. Was dahintersteckt, welcher Wert für Fahrrad, Wandern oder Alltag reicht und warum die Nähte genauso wichtig sind wie die Zahl – das erklärt dieser Ratgeber kurz und ohne Fachchinesisch.
Was bedeutet Wassersäule?
Die Wassersäule wird im Labor gemessen: Auf den Stoff wird ein Zylinder gesetzt und mit Wasser gefüllt. Steigt die Säule, steigt der Druck. Bei welcher Höhe die ersten Tropfen auf der Innenseite durchkommen, ist die Wassersäule – gemessen in Millimetern Wassersäule, kurz mm. Eine Jacke mit 10.000 mm Wassersäule hält also den Druck einer zehn Meter hohen Wassersäule aus. Die Arbeitsschutznorm EN 343 vergibt ihre höchste Klasse schon ab 1.300 mm, in der Praxis liegt die Grenze deutlich höher, weil beim Tragen Druck entsteht: durch Rucksackgurte, beim Sitzen auf dem Fahrradsattel oder wenn Wind den Regen gegen die Jacke drückt.
Welche Wassersäule reicht wofür?
Die Tabelle zeigt, welcher Wert für welchen Einsatz sinnvoll ist – und welche Modelle aus unserem Sortiment dazu passen.
| Wassersäule | Schutz | Reicht für | Beispiele im Shop |
|---|---|---|---|
| bis 3.000 mm | Wasserabweisend | Nieselregen, kurze Schauer, Wind | Softshelljacken, LPO Softshellparka VICA |
| 5.000 mm | Wasserdicht für den Alltag | Arbeitsweg, Spaziergang, Reserve im Rucksack | DEPROC ROBSON, CHESTER, LYNN, DURELL |
| 8.000 mm | Wasserdicht bis wasserabweisend, je nach Material | Übergangszeit, Fahrrad in der Stadt | DEPROC SHELBY X LONG, ELLIOT MEN, MONTREAL LONG |
| 10.000 mm | Wasserdicht bei Dauerregen und Wind | Wandern, Fahrrad, Hundespaziergang, Küste | Ankerglut-Regenmäntel, DEPROC LAVAL, Killtec KOS-Serie, Maier Sports mTEX 10.000 |
| 15.000–20.000 mm | Wasserdicht bei Starkregen und Druck | Mehrtagestouren mit Rucksack, Arbeit im Freien | LPO Insa, Henriette, Jooris, Fenno, Nicklas, Vaude ELOPE II, Schöffel CASCATA |
| Atmungsaktivität 30.000 g/m²/24 h | Das ist keine Wassersäule, sondern die Atmungsaktivität | Schweißtreibende Touren | Pinewood FINNVEDEN HYBRID EXTREME (12.000 mm / 30.000 g) |
Wassersäule 10.000: der Wert für die meisten
Für Alltag, Fahrrad und Wandern ist eine Regenjacke mit 10.000 mm Wassersäule die sichere Wahl. Sie hält Dauerregen aus, auch wenn ein Rucksackgurt drückt oder du auf dem nassen Sattel sitzt. Weniger reicht für den Weg zur Arbeit und als Reserve, mehr brauchst du nur bei Starkregen über Stunden oder wenn du mit schwerem Rucksack unterwegs bist. Eine Regenjacke mit 10.000 mm Wassersäule findest du bei uns für Damen ab 79,95 € (Killtec KOS 22) und für Herren ab 99,95 € (Killtec KOS 369).
Warum die Nähte wichtiger sind als die Zahl
Die Wassersäule beschreibt nur den Stoff. Jede Naht ist eine Reihe von Löchern – durch die läuft Wasser, egal wie hoch die Wassersäule ist. Deshalb haben gute Regenjacken verschweißte, getapte oder versiegelte Nähte: Ein Band wird von innen über die Naht geklebt oder geschweißt. Steht auf einer Jacke „10.000 mm“, aber nichts über die Nähte, ist sie meist nur wasserabweisend. Bei uns steht die Nahtangabe in der Produktbeschreibung, wenn der Hersteller sie nennt.
Wassersäule und Atmungsaktivität zusammen lesen
Neben der Wassersäule steht oft eine zweite Zahl in g/m²/24 h: die Atmungsaktivität. Sie sagt, wie viel Wasserdampf das Material in 24 Stunden pro Quadratmeter nach außen lässt. 3.000 g/m²/24 h reichen für Spaziergänge, 10.000 für Wandern, 15.000 bis 30.000 für Sport und schnelle Touren. Eine Jacke mit hoher Wassersäule und niedriger Atmungsaktivität ist von außen dicht, aber innen nass vom Schweiß. PU-Regenmäntel wie der Friesennerz haben keine Atmungsaktivität – für die Küste und den Hund perfekt, zum Bergsteigen nicht.
Wassersäule bei Regenhosen, Kinderjacken und Softshell
Für Regenhosen gilt dieselbe Logik, mit einem Unterschied: Auf dem Sattel und beim Knien entsteht hoher Druck, deshalb lohnen sich hier 8.000 bis 10.000 mm (DEPROC KORSIKA mit 8.000 mm und verschweißten Nähten). Kinderjacken von Killtec liegen bei 10.000 mm mit verschweißten Nähten – Kinder sitzen in Pfützen. Softshell ist elastisch und atmungsaktiv, aber selbst mit 8.000 mm nur wasserabweisend, weil die Nähte offen sind.
Wassersäule erhalten: Pflege und Imprägnierung
- Die Wassersäule sinkt nicht durch Waschen, wohl aber durch Weichspüler und Trockner – beide schädigen Membran und Beschichtung.
- Perlt Wasser nicht mehr ab, ist die Imprägnierung verbraucht, nicht die Membran. Neu imprägnieren hilft.
- Verschweißte Nähte halten viele Jahre, wenn die Jacke nicht dauerhaft zusammengepresst im Packbeutel liegt.
Häufige Fragen zur Wassersäule
Ab wie viel mm Wassersäule ist eine Jacke wasserdicht?
Nach EN 343 ab 1.300 mm, in der Praxis ab 5.000 mm für den Alltag und ab 10.000 mm für Dauerregen, Fahrrad und Wandern.
Ist eine Wassersäule von 5.000 mm ausreichend?
Für Schauer, den Arbeitsweg und als Reserve im Rucksack ja – vorausgesetzt, die Nähte sind verschweißt oder versiegelt, wie bei DEPROC ROBSON und CHESTER. Für lange Touren mit Rucksack nimm 10.000 mm.
Was bedeutet 10.000 mm Wassersäule?
Der Stoff hält den Druck einer zehn Meter hohen Wassersäule aus – genug für Dauerregen, Wind und Rucksackgurte. Das ist der Standard bei Killtec, Ankerglut, DEPROC LAVAL und Maier Sports mTEX 10.000.
Ist mehr Wassersäule immer besser?
Nein. Ab 10.000 mm entscheiden Nähte, Reißverschlüsse und Atmungsaktivität über den Tragekomfort, nicht die Zahl. 20.000 mm brauchst du bei Starkregen über Stunden – etwa mit Schöffel CASCATA oder LPO Insa und Henriette mit 15.000 mm.
Du weißt jetzt, welche Wassersäule du brauchst? Dann findest du die passende Jacke bei den Regenjacken für Damen, Regenjacken für Herren, leichten Regenjacken oder Regenmänteln – jede Produktseite nennt Wassersäule, Nähte und Atmungsaktivität.